• Samantha Tamer

Es ist da! "Mehr als ein Paar" ist nun veröffentlicht

Aus "On a beauiful detour" wurde "Mehr als ein Paar". Nun ist das Buch im Handel :-) Ich freue mich ja soooo :-)

Hier das erste Kapitel als kleine Einführung:

1. Prolog Ashley

«Denken Sie, dass Liebe allein denn genug ist?»

Mein Kopf ist wie leer gefegt. Bis vor ein paar Wochen hätte ich noch mit Ja geantwortet, aber jetzt weiß ich es einfach nicht mehr.

Beginnen wir mit der Geschichte am Anfang, ein halbes Jahr vorher.


2. Ashley

Am Dienstag, 4. September 2018

Mist, ich bin tatsächlich zu spät. «Declyn, komm endlich!» Mir bleibt nicht mehr viel Zeit, bis mein Kleiner im Kindergarten sein soll, dennoch muss ich erst mal über seinen geliebten Plastik-Velociraptor schmunzeln, der in einem pinken Tutu steckt.

«Mommy, Lila hat es angeklebt», beschwert er sich mit Tränen in den großen, dunklen Augen. Ich sollte einen Orden dafür bekommen, nicht in schallendes Gelächter auszubrechen.

«Zeig mal her.» Mit dem geübten Schmollmund eines Profis übergibt er mir den Plastikdinosaurier. Am Stoff finden sich Leimspuren, die mir wenig Hoffnung machen. Ich ziehe etwas am Tutu, aber damit trennt sich nicht nur der Stoff vom Velociraptor, sondern auch seine Farbe.

«Warum nimmst du nicht den Triceratops mit?» Er schüttelt den Kopf.

«Komm schon. Der Triceratops war doch ein Geschenk von deinem Dad», sage ich, bin mir damit aber nicht ganz sicher, ob ich es damit wirklich besser mache.

«Corbin sagt, der isst keine Steaks, nur Blumen.»

«Er isst Pflanzen. Das tun auch immer mehr Menschen.»

«Oh», sagt mein Kleiner und stürmt davon, um den anderen Dinosaurier zu holen. Das war knapp. Ich hätte nicht gedacht, dass er sich tatsächlich von seinem Velociraptor abbringen lässt. Manchmal unterschätze ich die Begeisterungsfähigkeit von Vierjährigen.

Während ich an der Tür auf Declyn warte, googele ich auf meinem Smartphone, wann der Spielwarenladen in Alamo Placita hier in Denver öffnet. Halb zehn. Vielleicht schaffe ich es noch vor meiner Schicht im Diner.

Mein Sohn stürmt den Flur entlang, stolpert fast über die Türschwelle und präsentiert mir stolz seinen Triceratops. «Perfekt. Dann machen wir uns mal auf, für deinen ersten Tag im Kindergarten.»

Ich setze ihn in den Kindersitz meines Chryslers, starte den Motor und gurte mich an, während ich aus der Auffahrt zurücksetze. Knapp bevor ich es schaffe, den Verschluss endlich einzuhängen, scheppert es hinter uns.

«Shit!» Declyn kichert, weil er genau weiß, dass man dieses Wort nicht sagen sollte. Ich fahre ein Stück vor, um nicht die ganze Straße zu blockieren, und dann zu sehen, in was ich reingedonnert bin. Es ist die Mülltonne des alten Walter. Na toll. Dann kommen jetzt noch zehn Minuten Standpauke und fünf Minuten Kurzabreibung zum Vietnamkrieg zu unserer Verspätung.

«Du bleibst im Wagen», sage ich zu meinem Sohn und lasse ihm die Fenster runter, damit die Septemberhitze ihm nicht zusetzt. Dann steige ich aus und inspiziere den Schaden.

Weder am Fahrzeug noch an der Mülltonne sind irgendwelche Spuren erkennbar. Sie ist einfach umgefallen und drei Säcke mit Abfall liegen nun herum, einer davon ist aufgeplatzt. In der Hoffnung einen weniger gefüllten Sack zu finden, in den ich den zerstreuten Müll packen kann, wühle ich in der Tonne herum.

Ich finde nichts, worin ich die herumliegenden Sachen verstauen könnte, also werfe ich sie mangels Zeit einfach in die Tonne. Gerade als ich mich von dem stinkenden Zylinder erhebe, legt sich ein Schatten über mich.

«Wenn Sie etwas zu Essen suchen, ich hätte da noch einen abgelaufenen Joghurt im Kühlschrank», sagt ein Mann mit angenehm tiefem Timbre. Es ist definitiv nicht Walter. Ich sehe hoch, höher und nochmal höher, bis ich leuchtend graue Augen finde. Ach du dickes Ei! Träume ich?

Nein, du hast dir vorhin erst den Zeh angestoßen, von Schmerzen träumt man nicht!

Seine Mundwinkel unter dem fünf Tage Bart sind hochgezogen und verleihen ihm einen belustigten Ausdruck. Er muss um die dreißig Zentimeter größer sein als ich, mit meinen eins achtundsechzig. Die dunklen Ölspuren an seinen Armen und auf seinem T-Shirt zeugen davon, dass er sich gerade handwerklich betätigt hat. Während er mit dem Finger auf die Mülltonne zeigt, spielen die Muskeln an seinem Oberarm. Das und die Tatsache, dass mich sein Körper komplett von der Sonne abschirmt, macht es mir unmöglich seine Stärke nicht zu beachten. Wow.

«Es ist nicht so, wie es aussieht», antworte ich abwesend, während ich weiter über seine Erscheinung nachdenke. Unter seinem kurzen Bart zeichnen sich zwei Lachfältchen ab, die ihn sympathisch machen. Innerlich schüttle ich den Kopf über den Gedanken, denn Männer mit solchen Körpern sind doch oft selbstverliebt. Oder nicht? Er macht jedenfalls nicht den Anschein…

«Eric Fuller. Ich bin hier neu eingezogen.» Nun zeigt er mit dem Finger auf das Haus neben Walters. Natürlich spielen auch dieses Mal all die Muskeln in seinen Armen. Ob er auf dem Weg nach Hollywood falsch abgebogen ist?

«Ashley Hemsworth. Ich wohne direkt gegenüber.» Er hält mir seine riesige Hand hin, ich mache eine abwehrende Geste. «Sorry, ich habe gerade im Müll gewühlt.» Auch er hält seine Hände hoch, sie sind komplett mit dunklem, dreckigem Fett überzogen. «Ja, ist wahrscheinlich besser so», sagt er dann.

«Ich würde ja gerne die ganze Small-Talk-mit-neuem-Nachbar-Checkliste abarbeiten, aber ich muss dringend weiter, tut mir leid.» Damit wende ich mein Blick von seinen Augen ab, in denen noch immer Schalk aufblitzt. So selbstverliebt kommt er jedenfalls nicht rüber…

«Dann fahren Sie. Ich mache das hier schon.»

«Sie kennen Walter noch nicht, sonst würden Sie das nicht anbieten», erkläre ich ihm belustigt.

«Nein, aber dann wird es ja sowieso Zeit, dass ich ihn kennenlerne. Gehen Sie schon.» Er nickt zu meinem dunkelgrauen Family Van, in dem es vermutlich jetzt schon gefühlte hundert Grad heiß ist.

«Okay ich gehe. Aber nur, weil mein Sohn schon seit einer Viertelstunde im Kindergarten sein müsste.» Ich winke ihm zum Abschied zu, springe hinter das Steuer und fahre los.

Wenn der neue Nachbar wüsste, wie recht er eigentlich mit seiner Bemerkung zum Essen suchen liegt! So schlimm ist es zwar noch nicht, aber es ist eine Frage der Zeit, bis uns die Hinterbliebenen Rente meines verstorbenen Mannes ausgeht und wir die Hypothek nicht mehr finanzieren können. Der Zeitpunkt rückt unweigerlich näher. Vermutlich bleibt uns kein halbes Jahr mehr in diesem Haus.

Im Kindergarten ist zum Glück noch einiges an Tumult auf dem Parkplatz, sodass Declyns spätes Erscheinen niemand bemerkt. Zig Kinder stehen mit ihren Eltern vor dem Eingang, schreien und weinen, weil sie nicht allein dort hinein wollen.

Oh Gott. Bitte, bitte mach, dass er sich nicht auch so anstellt.

Mit seiner großen Schwester Delilah war das überhaupt kein Problem. Ich entscheide mich, ihm das als Ansporn mitzugeben. «So», sage ich, und hebe ihn aus dem Kindersitz. «Jetzt sehen wir doch mal, ob du auch so tapfer bist wie deine Schwester.»

Vermutlich gewinne ich damit nicht gerade die Auszeichnung als beste Mutter der Welt, aber wenn ich den Velociraptor noch ersetzen will, dann bleibt mir nicht mehr viel Zeit bis zu meiner Schicht im Diner.

Während wir auf den Eingang des Montview Community Kindergartens zugehen, halte ich ihm die Hand hin. Declyn ist jedoch so fasziniert vom Klettergerüst hinter dem Zaun, dass er nichts anderes mehr sieht. Als wir vor dem Eingang ankommen, muss ich ihn sogar zurückrufen, um mich ordentlich von ihm verabschieden zu können.

Eine kleine Träne setzt sich bei mir durch, während ich zusehe, wie er, begleitet von einer Betreuerin, durch die Türen verschwindet. Sie lächelt mir aufmunternd zu, bevor sich die Türen hinter ihnen schließen. Das war’s dann also.

Ich fahre zum Spielzeugladen, finde zum Glück die exakt gleiche Dinosaurier Figur nochmal und komme gerade rechtzeitig beim Diner an. Da ich mich immer schon morgens zu Hause anziehe, muss ich mir nur noch die Schürze umbinden und los geht’s.

Als es nach der Mittagszeit wieder ruhiger wird und nur noch die üblichen Stammgäste hier sind, muss ich wieder an die Begegnung von heute Morgen denken. Wenn Eric neu in der Stadt ist, sollte ich ihn vermutlich willkommen heißen. Ich beschließe, alles für einen Zitronencake zu beschaffen.

Die Zeit während meiner Schicht im Diner fliegt nur so dahin. Auch das Telefon bleibt still, obwohl ich ständig damit rechne, einen Anruf vom Kindergarten zu erhalten. Es scheint, als würde sich Declyn gut einleben.

Die Stunde pro Tag, die ich nun mehr im Diner arbeiten kann, weil Declyn bis vier Uhr im Kindergarten ist, kommt uns finanziell sehr gelegen. Ich bin wirklich froh, dass sie das Programm ausgedehnt haben. Das letzte Jahr, als Delilah, meine jetzt sechsjährige Tochter, dort war, musste ich sie fünfzig Minuten früher abholen. Gut, das machte damals keinen Unterschied, weil der Betreuungsplatz für Declyn dafür stündlich abgerechnet wurde.

Nach meiner Schicht hole ich Declyn ab, kaufe die besagten Zutaten in einem großen Supermarkt ein und fahre dann direkt nach Hause. Mein Kleiner brabbelt die ganze Fahrt über von seinem Kindergarten und ist hell begeistert. «Sie haben ganz viele Tiere zum Spielen», erklärt er mir, als ich in unserer Auffahrt parke.

Ich nicke, während ich ihn aus dem Kindersitz hole und frage pflichtbewusst nach den einzelnen Tierarten. Er beginnt aufzuzählen, kommt aber nicht über Hund, Katze und Kuh hinaus. Das gibt mir den Anstoß, ihn mit einem Tierlexikon an den Küchentisch zu setzen. So kann er sich wenigstens die Bilder ansehen und ich komme zum Kochen.

Nach einer Weile Gemüserüsten höre ich hinter mir keine Seiten mehr, die umgeblättert werden. Ein Blick zu Declyn zeigt seinen hellbraunen Schopf, der zwischen den glänzenden Seiten des Tierlexikons ruht. Sein erster Tag im Kindergarten muss ihn ziemlich geschafft haben.

Ich hebe ihn hoch, bevor er noch vom Stuhl fällt, und trage ihn in sein Zimmer. Als er kurz die Augen öffnet, streiche ich ihm ein paarmal übers Haar, dann schläft er wieder tief und fest.

So komme ich mit Kochen bestens voran und habe die Spaghetti und den Kuchen so weit, als ich Delilah durchs Küchenfenster sehe. Sie kommt die Straße entlang zusammen mit den Zwillingen Corbin und Xandria, den Kindern meiner Freundin und Nachbarin Renée.

Erst jetzt fällt mir auf, dass sich an Erics Haus gegenüber einiges geändert hat. Ich war wohl zu beschäftigt, um zu merken, dass dort eindeutig jemand Neues eingezogen ist. Vor der Garage stehen zwei sportlich aussehende Motorräder und die abblätternde Farbe am Garagentor wurde durch ein sanftes Blau ersetzt. Wann hat er denn das gemacht?

Du hast Architektur studiert und bekommst nichts mit, toll!

Früher als Tristan, mein Mann, noch lebte, waren wir bei all diesen Nachbarschaftsevents noch dabei. Wir waren immer bestens mit Tratsch und Neuigkeiten bedient, bis wir selbst dazu wurden. Als Tristan dann krank wurde und die Blicke der Nachbarn sich irgendwo zwischen Mitleid und Neugier bewegten, zogen wir uns automatisch zurück.

Delilah oder Lila, wie wir sie meist nennen, lenkt mich von meinen düsteren Gedanken ab, in dem sie auf mich zugestürmt kommt. «Mom! Mom! Die andern können ihren Namen noch nicht lesen», ruft sie stolz.

Ich fange sie ab, hebe sie hoch und wirble sie herum. Sie sieht mich entrüstet an. «Mom, du kannst mich jetzt nicht mehr hochheben. Ich gehe jetzt zur Schule.» Ich muss schmunzeln, beherrsche mich aber sofort wieder und sage in gespieltem Ernst: «Aber na klar. Tut mir leid.» Dann stelle ich sie wieder hin.

Während ich das Essen auf den Tisch stelle, weckt Lila Declyn, was allerdings in Geschrei ausartet. Mist, der Velociraptor! Den hätte ich ihm vorher geben sollen.

Ich eile die Treppe hoch und finde eine beleidigte Delilah, zusammen mit dem weinenden Declyn. «Setzt euch mal zu mir», fordere ich die beiden auf und klopfe rechts und links von mir auf Declyns Bett. Es stellt sich heraus, dass Lila den Dino ihres Bruders verschönern wollte, was ich ihr nicht ganz abkaufe, aber wenigstens beruhigt es Declyn.

Danach essen wir alle friedlich zusammen, gönnen uns ein Stückchen des Kuchens und danach kommen Corbin und Xandria, ich nenne sie abwechselnd die Kingsley Kids oder die Zwillinge, rüber. Unsere Familien sind mittlerweile so zusammengewachsen, dass die Kids jeweils ohne Vorankündigung plötzlich im Haus stehen. Auch diesmal sind sie durch die Verbindungstür im Gartenzaun gekommen.

Ich wüsste gar nicht, was ich ohne die Kingsleys machen würde. Egal, ob die Erwachsenen oder die Kinder. Obwohl, Renées Mann Lance eigentlich nicht viel mehr macht, als das Geld nach Hause zu bringen. Damit ermöglicht er Renée wenigstens, immer bei den Kindern zu sein. Das wiederum hilft auch mir sehr, denn ich weiß nicht, wie oft sie schon die Kinder für mich gehütet hat.

Die Kingsley Kids nehmen Lila und auch Declyn in den Garten mit. Sie haben wohl eine Wasserrutsche mit einer Plastikplane gebaut. Ich gehe kurz mit raus, winke Renée über den Zaun hinweg zu und zeige dann wieder aufs Haus. Sie weiß, dass ich noch den Abwasch machen muss, weil die Spülmaschine seit geraumer Zeit defekt ist. Es wird Zeit, dass ich die neue Winterkollektion erhalte, um dafür auf meinem Blog zu werben. Das sollte das nötige Kleingeld für die Reparaturen einbringen.

Als ich die letzten Teller abtrockne, sehe ich einen weinroten Pick-up, der gegenüber in die Auffahrt biegt. Auf der Seite ist ein Logo aufgebracht, daneben steht nur noch knapp lesbar von hier `Fuller Construction´. Jetzt wird mir klar, dass mir zwar die Veränderungen am Haus nicht aufgefallen sind, aber der Wagen kommt mir bekannt vor.

Eric parkt vor der Garage und zwei schwere, verdreckte Stiefel schieben sich aus der Fahrertür. Ob er auf dem Bau arbeitet? Zu seinem Körper und der Fahrzeugbeschriftung würde es jedenfalls passen. Aber dann könnte er sich kein solches Haus leisten, oder? Obwohl… Hat er nicht gesagt, sein Name wäre Fuller? Ist das sein Unternehmen?

Ich beschließe die Chance zu packen, solange die Kinder noch beschäftigt sind. Bald ist sowieso Schlafenszeit für Declyn. Mit dem aromatisch duftenden Kuchen mache ich mich auf den Weg über die Straße. Vielleicht hätte ich Eric Zeit geben sollen, erst mal anzukommen und zu duschen, aber das liegt nun mal für mich nicht drin.

Als ich klingle, bin ich mir plötzlich nicht mehr so sicher, ob er diese Geste nicht als zu aufdringlich empfindet. Es wäre wahrscheinlich passender gewesen, Renée mitzunehmen, schließlich sind sie auch Nachbarn. Es wundert mich sowieso, dass nicht schon die komplette weibliche Nachbarschaft hier steht, so wie er aussieht.

Die Tür wird geöffnet und Eric kommt zum Vorschein. Er trägt noch immer die Stiefel, Bluejeans und ein rot- schwarz kariertes Hemd. Auf seiner Stirn glitzern kleine Schweißperlen. «Hey, hey. Ashley richtig?»

«Genau. Ich wollte mich bedanken für heute Morgen. Und ich dachte, das ist die beste Gelegenheit Ihnen zu beweisen, dass ich das Essen nicht aus Anderer ihrem Müll fischen muss.»

Ich lache und stecke ihn damit an. Etwas verzögert halte ich ihm den Cake hin.

«Wow, danke. Das wäre wirklich nicht nötig gewesen. Ähm…» Er sieht mit einem Stirnrunzeln hinter sich ins Haus. «…Möchten Sie mit reinkommen? Ich wäre unter Umständen bereit Ihnen ein Stück abzugeben.»

«Danke, das ist wirklich nett, aber ich muss zu den Kindern zurück. Und um ehrlich zu sein, haben wir schon einen Teil davon gegessen.» Ich habe das Gefühl, er sieht sogar etwas erleichtert aus.

«Ist vermutlich besser so. Ich bin noch kaum zum Einräumen gekommen. Hier sieht es aus, als wenn eine Bombe explodiert wäre.»

«Das kann ich mir gut vorstellen. Sind Sie neu in Denver? Ich könnte Ihnen bei Gelegenheit ein paar Tipps geben», biete ich an.

«Nein. Ich bin hier aufgewachsen, habe lange hier gelebt und meine Firma ist in dieser Stadt ansässig. Ich war nur für ein zweijähriges Projekt in Wichita und wollte nicht in mein altes Mietshaus zurück. So bin ich hier gelandet. Meine Mom freut sich tierisch, dass ich zurück bin.» Er lächelt und verdreht die Augen. Die verspielte Geste steht ihm. Sie verleiht ihm ein jugendliches Flair, ganz im Kontrast zu seinen kantigen, maskulinen Gesichtszügen.

Ich kann mir die Freuden seiner Mutter gut vorstellen. Falls Declyn oder Lila jemals wegziehen, werde ich sie vermutlich vierundzwanzig Stunden am Tag über Soziale Netzwerke stalken.

«Gut, dann sehen wir uns», sage ich etwas unbeholfen und mache mich auf den Weg von der Veranda runter.

«Vielen Dank nochmal!», ruft mir Eric hinterher, aber ich drehe mich nicht mehr um.


Wer jetzt Lust hat auf die ganze "Dröhnung"findet hier das Buch.

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